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10 Jahre Bahnstadt: Lebendiger Stadtteil ist für rund 4.300 Menschen das neue Zuhause

Entwicklung rund um Europaplatz und Konferenzzentrum im Fokus / Weltweites Vorbild für nachhaltigen Städtebau

Die Bahnstadt feiert Jubiläum: Zehn Jahre nach dem ersten Baggerbiss präsentiert sich Heidelbergs jüngster Stadtteil als attraktives Quartier mit 4.300 Bewohnerinnen und Bewohnern, etwa 3.000 Arbeitsplätzen vor allem in Forschung und wissensbasierten Unternehmen, sieben Kinderbetreuungsangeboten und einer Grundschule, einem Bürgerhaus und vier Spielplätzen, einer aktiven Kulturszene und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Als eine der weltweit größten Passivhaus-Siedlungen und Null-Emissions-Stadtteil dank der Versorgung mit erneuerbaren Energien ist die Bahnstadt internationales Vorbild für nachhaltigen Städtebau.

Gerald Dietz (von links), Leiter der Geschäftsstelle Bahnstadt, Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck und Dieter Bartmann, Vorstandsvorsitzender des Stadtteilvereins Bahnstadt, auf dem Gadamerplatz vor B³ mit zwei Luftaufnahmen von der Bahnstadt vom Start der Entwicklung im Jahr 2010 und vom Frühjahr 2019 sowie dem neuen Bahnstadt-Buch. (Foto: Dittmer)
Gerald Dietz (von links), Leiter der Geschäftsstelle Bahnstadt, Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck und Dieter Bartmann, Vorstandsvorsitzender des Stadtteilvereins Bahnstadt, auf dem Gadamerplatz vor B³ mit zwei Luftaufnahmen von der Bahnstadt vom Start der Entwicklung im Jahr 2010 und vom Frühjahr 2019 sowie dem neuen Bahnstadt-Buch. (Foto: Dittmer)

„Es ist wichtig, dass Städte weltweit beim Klimaschutz vorangehen. Die Bahnstadt gibt hier seit vielen Jahren ein gutes Beispiel: Sie zeigt, wie sich Städte nachhaltig weiterentwickeln und somit aktiv gegen den Klimawandel vorgehen können. Unser Konzept ist voll aufgegangen und wird mittlerweile vielerorts aufgegriffen – zum Beispiel bei der Entstehung ganzer neuer Stadtquartiere in Asien“, sagte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwoch, 24. Juli 2019, gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck, Gerald Dietz, Leiter der Geschäftsstelle Bahnstadt, und Dieter Bartmann, Vorstandsvorsitzender des Stadtteilvereins Bahnstadt.

„Vor zehn Jahren haben wir auf der Brachfläche des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs den Startschuss gegeben – heute freuen wir uns über einen lebendigen Stadtteil mit 4.300 Menschen: Vor allem für junge Familien bietet die Bahnstadt hochwertigen Wohnraum sowie hervorragende Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Bürgerinnen und Bürger aus der gesamten Stadt kommen zum Arbeiten ins Quartier, besuchen kulturelle Einrichtungen wie das Kino, die Halle 02 oder den Tankturm. Kinder aus der Bahnstadt und umliegenden Stadtteilen toben sich hier auf den Freizeitflächen und Spielplätzen aus. Die Bahnstadt ist dadurch ein großer Gewinn für unsere Stadt und kommt mit ihren Angeboten den Menschen in ganz Heidelberg zugute“, betonte Prof. Würzner.

„Attraktives Quartier rund um den Europaplatz entsteht“

Erster Bürgermeister und Baudezernent Jürgen Odszuck: „Die Bahnstadt hat sich rasant entwickelt und ist bereits zu mehr als zwei Dritteln fertiggestellt. Über die neue Straßenbahntrasse ist der Stadtteil hervorragend an das Stadtgebiet angeschlossen. Mit dem Bau der Gneisenaubrücke wollen wir auch den Radverkehr weiter ausbauen. In den kommenden Jahren wird die Bahnstadt weiter wachsen. Im Fokus der Entwicklung steht der Anschluss an den Hauptbahnhof. Hier entsteht die Visitenkarte der Bahnstadt – ein attraktives Quartier rund um den Europaplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, einem Konferenzhotel, mehreren Gebäuden und einem einfachen und schnellen Zugang zum Querbahnsteig des Hauptbahnhofs. Das neue Konferenzzentrum direkt gegenüber wird künftig internationale Kongresse und Tagungen beherbergen und den Wissenschaftsstandort Heidelberg weiter stärken.“

Junger Stadtteil – auch im Hinblick auf die Bevölkerung

Die Bahnstadt ist nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung ein junger Stadtteil, sondern auch hinsichtlich der Bevölkerung: Sie kommt mit ihrem Mix aus Wohnen und Arbeiten, Wissenschaft und Forschung, Bildung und Betreuung, Kultur und Freizeit, Sport und Einkaufen insbesondere bei jungen Familien gut an. Neun von zehn Bahnstädterinnen und Bahnstädter sind jünger als 45 Jahre. Jeder Zweite im Stadtteil ist gar unter 30, jeder Fünfte unter 18. Die Bahnstadt hat die höchste Geburtenrate aller Heidelberger Stadtteile – im Durchschnitt kommt etwa jeden vierten Tag eine neue Bahnstädterin oder ein neuer Bahnstädter zur Welt. Im Jahr 2018 wurden 80 Geburten gezählt. Nach Fertigstellung der Bahnstadt sollen rund 6.800 Menschen in dem Zukunftsquartier wohnen. Bis zu 6.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Die Stadt hat mehrfach die Kinderbetreuungsangebote ausgebaut: Sechs Kitas und ein Betreuungsangebot in der Kindertagespflege sind bereits in Betrieb, in Kürze werden in zwei weiteren Kitas in „Meilen.Stein“ und „Westarkaden“ zusammen weitere 70 Krippen- und 20 Kindergartenplätze entstehen. Zwei von drei Bahnstadt-Bewohnern sind von außerhalb Heidelbergs zugezogen. Dadurch profitiert auch der städtische Haushalt: Denn pro Einwohner erhält die Stadt über Schlüsselzuweisungen jährlich rund 1.100 Euro.

Überblick über aktuelle und bevorstehende Projekte

Der Europaplatz südlich des Hauptbahnhofs bildet künftig die zentrale Eingangssituation für Anreisende mit dem Zug: Diese werden vom Querbahnsteig über einen Steg auf den Europaplatz gelangen – und können so ganz bequem und barrierefrei zur Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof Süd am Czernyring und zum neuen Konferenzzentrum gelangen. Der Europaplatz ist als attraktiver Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität geplant. Das Büro POLA Landschaftsarchitekten aus Berlin ist als erster Preisträger beim freiraumplanerischen Wettbewerb ausgezeichnet worden.

Die Gebäude rund um den Platz werden durch die Gustav Zech Stiftung entwickelt. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Herbst 2019 und sollen im Herbst 2022 abgeschlossen werden. Insgesamt 300 Millionen Euro werden hier investiert. Geplant ist ein markantes, elfgeschossiges Vier-Sterne-Plus-Hotel mit rund 300 Zimmern. Daneben entstehen vier Gebäude für Büros, Dienstleistungen, Einzelhandel, Gastronomie und circa 105 Mietwohnungen, teils auch mietpreisreduziert. Die Fertigstellung der ersten Gebäude ist bereits 2021 vorgesehen – dann soll auch der direkte Übergang vom Querbahnsteig zum Czernyring möglich sein. Die Fertigstellung des Europaplatzes durch die Stadt erfolgt im Anschluss. In einer zweigeschossigen Tiefgarage unter dem Europaplatz entstehen Stellplätze für etwa 1.900 Fahrräder und circa 750 Autos.

Das neue Konferenzzentrum gegenüber dem Europaplatz am Czernyring wird künftig Austragungsort für nationale wie internationale Kongressen in der Wissenschaftsstadt Heidelberg. Der Große Saal soll bis zu 1.800 Sitzplätze bieten, der Kleine Saal 800 Sitzplätze. Eine multifunktionale Raumplanung mit bis zu zwölf Sälen entsteht. Das Siegerbüro des Wettbewerbs, DEGELO Architekten aus Basel, sieht ein architektonisch markantes Gebäude vor. Durch eine integrierte Gastronomie soll das Umfeld auch außerhalb von Veranstaltungen belebt werden. Der Betrieb durch die Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft mbH (HKK) ist ab Anfang 2023 geplant.

Bereits seit Ende 2018 fährt die Straßenbahn auf zwei Linien durch den Czernyring und die Grüne Meile. Aktuell wird der Czernyring zwischen den Kreuzungen Max-Planck-Ring Ost/Einsteinstraße und Max-Planck-Ring West/Grüne Meile vierspurig ausgebaut, um die Leistungsfähigkeit dieser innerstädtischen Hauptverkehrsachse für die Zukunft zu gewährleisten. Der Ausbau wird voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen. Anschließend ist der Umbau im Bereich des Unterfliegers an der Montpellierbrücke geplant. Ab dem Jahresende 2019 soll der Auto- und Radverkehr auch durch die Grüne Meile rollen können.

Der Bau des Nahversorgungszentrums „Westarkaden Heidelberg“ zwischen Eppelheimer Straße und Grüner Meile geht in die Schlussphase: Hier entstehen auf einer Gesamtfläche von 11.700 Quadratmetern Einkaufs- und Gastronomieangebote für die Menschen aus dem Stadtteil und ganz Heidelberg: Ein Lebensmittel-Supermarkt, ein Lebensmittel-Discounter, ein Drogeriemarkt, eine Apotheke und ein Friseur sind geplant. Zudem entstehen die Kita First Steps mit 40 Krippenplätzen, Büro- und Praxisflächen, rund 300 Wohnungen und eine zweigeschossige Tiefgarage mit über 500 Plätzen. Die Unmüssig Bauträgergesellschaft Baden plant die Teilfertigstellung im südlichen Bereich an der Grüne Meile bis Ende dieses Jahres. Einkaufsangebote sollen ab Anfang 2020 zur Verfügung stehen. Die komplette Fertigstellung soll im März 2020 erfolgen.

Der Aldi-Discounter wird bis zur Fertigstellung des Nahversorgungszentrums und den Umzug in den neuen Komplex weiterhin im ehemaligen PX-Gebäude am Czernyring 14 zur Verfügung stehen. Nach dem Abriss des alten Gebäudes soll dort ab 2020 das „Kopernikusquartier“ entwickelt werden – mit Gebäuden für Dienstleistungen, Wohnungen und Einkaufsläden.

Für die Gneisenaubrücke über die Bahngleise nach Bergheim hat das Regierungspräsidium Karlsruhe den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Im Herbst 2019 sollen die Bauarbeiten für die Fuß- und Radwegebrücke beginnen. Sie wird auf Bahnstädter Seite zwischen dem Kino und dem geplanten Fitnesscenter beginnen. Die Gneisenaubrücke ist ein wesentlicher Bestandteil der Radachse zwischen den südlichen Stadtteilen und dem Neuenheimer Feld. In der Verlängerung ist eine Fuß- und Radwegeverbindung über den Neckar geplant.

Östlich davon plant die regionale Unternehmensgruppe Fitness Park Pfitzenmeier den Bau eines Fitnesscenters. In den drei Obergeschossen ist das „Premium Plus Resort“ mit Fitness- und Wellnessangeboten vorgesehen, inklusive Dachterrasse. Im Erdgeschoss soll es gastronomische Angebote geben, inklusive einer Außenbewirtschaftung. Unter dem Gebäude ist eine dreigeschossige Tiefgarage geplant. Die vorbereitenden Arbeiten beginnen voraussichtlich Ende 2019. Fertigstellung und Eröffnung sind im Oktober 2022 geplant.

Das Bürgerhaus in B³ am Gadamerplatz steht seit Anfang 2018 als zentrale Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. Der Stadtteilverein Bahnstadt betreibt das Bürgerhaus und übernimmt auch die Vermietung der Räume. Er bietet regelmäßig kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen an. Neben dem Bürgerhaus befinden sich in dem Komplex B³ noch eine Kita und eine Ganztagesgrundschule.

Die Pfaffengrunder Terrasse wird bereits jetzt als Erholungs- und Freizeitort genutzt: Im Rahmen einer Zwischennutzung stehen unter anderem Tischtennisplatten, Mauern für Graffiti und Beete für Urban Gardening bereit. In der ersten Jahreshälfte 2020 sollen die Bauarbeiten zum Ausbau der Pfaffengrunder Terrasse beginnen. Geplant ist ein attraktiver Platz im Herzen des Stadtteils mit hoher Aufenthaltsqualität, zahlreichen Bäumen („Baumhalle“), einer Rasenfläche als Spielwiese und weiteren Freizeitmöglichkeiten. Die Fertigstellung ist 2021 geplant.

Unterhalb der Promenade wird derzeit in Nähe zur künftigen Eppelheimer Terrasse die Spiel- und Freizeitfläche fertiggestellt. Voraussichtlich ab November 2019 steht dort ein Soccercourt zum Fußballspielen, eine Calisthenics-Anlage, eine große Rasenfläche mit Pfosten für Slacklines, Bänken und Tischen sowie Liegen zum Entspannen bereit.

Die städtische Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbh Heidelberg (GGH) baut westlich des Gadamerplatzes mit „Meilen.Stein“ ein vielseitiges Wohn- und Geschäftsquartier. Es entstehen 185 Mietwohnungen von ein bis vier Zimmern, eine Kita mit 50 Plätzen, 16 kleinteilige Gewerbeeinheiten, zwei Restaurants, ein Bürogebäude und ein privat geführtes Hotel mit 84 Zimmern, Bar und Tagungsräumen. Die Wohnungen werden sukzessive ab August 2019 bezogen. Die Fertigstellung des gesamten Quartiers Meilen.Stein ist zum Jahresende 2019 vorgesehen.

Mit SkyAngle hat die Max-Jarecki-Stiftung nördlich der Schwetzinger Terrasse kürzlich ihr zweites Labor- und Bürogebäude im Bahnstadt-Campus fertiggestellt. Aktuell erfolgt der Bezug des architektonisch markanten Schwestergebäudes von SkyLabs. Auf rund 16.000 Quadratmetern finden forschungs- und wissenschaftsnahe Unternehmen modernste Arbeitsbedingungen in einem attraktiven Umfeld. In SkyAngle eingezogen sind Heidelberg Engineering und Reckitt Benckiser – beide sind Bestandsmieter von SkyLabs – sowie die j&s-soft gmbh, ein SAP-Beratungsunternehmen. Zudem eröffnet eine Bäckerei einen Verkaufsraum. Ab Mitte 2020 wird das Objekt um einen weiteren Großmieter ergänzt. Das Arbeitsplatzangebot am Wissenschaftsstandort Bahnstadt wird dadurch weiter ausgebaut. Im komplett vermieteten SkyLabs wurden bereits rund 500 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Gleich drei Wohnprojekte entstehen durch die LBBW Immobilien am westlichen Ende des Langen Anger: Urban Element mit 90 Wohnungen auf fünf Gebäude verteilt wurde bereits im Dezember 2018 bezogen. Urban View wird – ebenfalls verteilt auf fünf Mehrfamilienhäuser – 79 Mietwohnungen bieten. Der Bezug ist Mitte 2019 geplant. Anfang 2020 ist der Baubeginn für Urban Four vorgesehen – mit 78 Wohnungen, von Single- bis Fünf-Zimmer-Einheiten.

Buch und Film zum zehnten Geburtstag der Bahnstadt

Zum Jubiläum gibt ein neu erschienenes Buch einen eindrucksvollen Einblick in den Stadtteil. „Bahnstadt Heidelberg – 10 Jahre Zukunft“ bietet auf 148 Seiten viele außergewöhnliche Fotos und unterhaltsame Geschichten. Das Buch des Heidelberger abc-Verlags in Zusammenarbeit mit der Stadt bildet die Vielfalt und Lebendigkeit des Quartiers ab und enthält interessante Porträts über die Menschen im Stadtteil. Es ist zum Preis von 29,95 Euro unter anderem in der Geschäftsstelle der Rhein-Neckar-Zeitung, Neugasse 4-6, sowie im lokalen Buchhandel erhältlich.

Einen interessanten und unterhaltsamen Überblick über die Entwicklung der Bahnstadt bietet auch ein neuer Film, der ebenfalls unter dem Titel „Bahnstadt Heidelberg – 10 Jahre Zukunft“ veröffentlicht wurde. Zentrale Akteure wie Oberbürgermeister Prof. Würzner, Investor Dr. Henry Jarecki, Helmut Schleweis, früherer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg und heutiger Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, sowie Dieter Bartmann vom Stadtteilverein Bahnstadt sprechen über die Entwicklung des Stadtteils. Der Film kann auf der Internetseite der Bahnstadt unter www.heidelberg-bahnstadt.de abgerufen werden.

Weitere Infos

Foto zum Download

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