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„halle02“ legt Pause ein

Konzerte, Partys und Ausstellungen finden vorerst nicht mehr statt

Das Konzept und die Marke „halle02“ wird bis auf Weiteres pausieren. „Wir haben entschieden, uns zunächst auf andere Geschäftsmodelle zu konzentrieren, um ein Überleben des Betriebes vor Ort und damit seine Existenz zu sichern“, teilt die „halle02“ in einer Presseerklärung mit. Ein Großteil des Programms könne unter den Auflagen zur Eindämmung des Corona-Virus nicht kostendeckend beziehungsweise überhaupt nicht durchgeführt werden und eine Lockerung, die auch einen Clubbetrieb wieder möglich mache, sei noch nicht abzusehen.

Weiter heißt es: „Vor etwas mehr als 18 Jahren wurde der ehemalige Güterbahnhof in Eigeninitiative zum Kultur- und Veranstaltungshaus „halle02“ ausgebaut. Die Grundidee war, einen Ort zu schaffen, an dem sowohl zeitgenössische Kunst als auch Gegenwartskultur für ein vorwiegend junges Publikum stattfinden konnten. Mit der „halle02“ entstand ein experimenteller, freier Ort für Gegenwartskultur abseits etablierter Kultureinrichtungen ohne erwähnenswerte Zuschüsse. 

Über die Jahre ist aus dem Projekt „halle02“ das Unternehmen „halle02“ geworden. Mit mehr als 80 studentischen Aushilfen, knapp 30 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter fünf Auszubildende, vier duale Studenten, drei FSJler und zumeist vier Betriebspraktikanten ist die „halle02“ inzwischen ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt. 

Vor der Pandemie fanden in den Güterhallen jährlich mehr als 450 Veranstaltungen mit über 200.000 Besuchern statt. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikspielstätten in Deutschland wird die „halle02“ privatwirtschaftlich betrieben und erhält seit 2017 keine städtische oder staatliche Förderung. Die dadurch entstandene Symbiose aus Kultur- und Businessveranstaltungen unter einem Dach – am einen Tag Gala-Dinner und am nächsten Tag Punk-Konzert – ermöglichte, das Beste aus beiden Welten für die jeweilige Zielgruppe zu bieten. Das Defizit aus dem Kulturprogramm gleichen die Mehreinnahmen aus den Businessevents aus.“

Derzeit ist für die „halle02“ eine Verbesserung der Situation nicht abzusehen. „Tatsächlich stellt uns die aktuelle Situation vor die schwerste Herausforderung, die wir in unserer fast 18-jährigen Geschichte zu bewältigen hatten. Die plötzliche Betriebsschließung 2005 wegen der unzureichenden Dachstatik haben wir bewältigt, gegen den Abriss der „halle02“ im Zuge der Bahnstadtentwicklung wurde erfolgreich gekämpft, die Verzögerung der Sanierung 2014/2015 wurde gekonnt umschifft und der Wegfall des kommunalen Kulturzuschusses konnte mit Mehreinnahmen aus dem Konferenzgeschäft kompensiert werden. Die Folgen der Corona-Pandemie können wir aber aus eigener Kraft nicht mehr zu stemmen“, schreibt die „halle02“ in einer Pressemitteilung.