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„Gelebte Vielfalt, die sich weiterentwickeln soll“

Bei einem Themenabend blicken Annette Friedrich und Christoph Czolbe vom Stadtplanungsamt in den Westen des Stadtteils.

Prall gefüllt zeigte sich der Bürgersaal, als der Stadtteilverein Bahnstadt am Montag, 18. November 2019, zum Themenabend Stadtentwicklung eingeladen hatte. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei einem Themenabend schon einmal so viele Besucher hier hatten“, begrüßte Dieter Bartmann, Vorsitzender des Stadtteilvereins Bahnstadt, die Gäste, die sogleich auf eine visuelle Tour mitgenommen wurden. Vom Stadtplanungsamt Heidelberg informierten Leiterin Annette Friedrich und Christoph Czolbe die Besucher über den Stand der Planungen für Heidelbergs jüngstes Viertel und zeigten auf der großen Leinwand des Saals zahlreiche Visualisierungen darüber, wie die Bahnstadt einmal aussehen wird.

„Hier ist ein bunter Stadtteil entstanden, eine gelebte Vielfalt, die sich weiterentwickeln soll“, betonte Annette Friedrich und wies auf die junge Bevölkerung hin. So ist die Grundschule dreizügig geplant und kann bis zu 340 Schüler aufnehmen. Bei den Kitas – acht Einrichtungen gibt es momentan – zeigt sich ein hoher Bedarf und „wir schauen, in welche neuen Gebäude wir noch weitere Kitas unterbringen können“.

Bei einem Themenabend blicken Annette Friedrich und Christoph Czolbe vom Stadtplanungsamt in den Westen des Stadtteils.
Themenabend des Stadtteilvereins Bahnstadt: Vom Stadtplanungsamt Heidelberg informierten Leiterin Annette Friedrich und Christoph Czolbe (links vorne) über den Stand der Planungen für Heidelbergs jüngstes Viertel. (Foto: Stadt Heidelberg)

Vom Europaplatz, wo derzeit die Erdarbeiten laufen, ging es weiter zum Standort des neuen Konferenzzentrums, für dessen Bau am Czernyring sich die Bahnstädter während der mehrjährigen Standortsuche so vehement eingesetzt hatten. Der Bauantrag hierfür liegt vor. Momentan laufen auf dem Grundstück die Arbeiten zur Kampfmittelsondierung. In direkter Nachbarschaft – einmal über die Max-Jarecki-Straße hinweg – sollen Laborgebäude entstehen, die sich direkt zwischen der Halle02 und Grüner Meile befinden. Diese Baufelder sollen von der Max-Jarecki-Stiftung bebaut werden – genaue Planungen gibt es von dieser Seite bisher noch nicht.

Im Bau: „Gesundheitszentrum Bahnstadt“

Der Blick richtete sich darauf in den Westen der Bahnstadt, den Teil, auf den die Stadtentwicklung jetzt ihren Fokus legt. „Viele denken, die Bahnstadt ist fertig, aber das ist nicht so. Wir wollen diesen Bauabschnitt in einer ebenso guten Qualität hinbekommen wie die ersten“, erklärte Annette Friedrich. Gemeint sind hier die Baufelder auf beiden Seiten der Eppelheimer Straße bis zum Bauhaus. Westlich des Luxor-Kinos wird bereits das neue „Gesundheitszentrum Bahnstadt“ gebaut. Auf den anderen Grundstücken ist eine Mischung aus Gewebe und Dienstleistungen sowie Wohnbebauung angedacht, mit Innenhöfen und Wegen, die sich durch die Quartiere ziehen, die Aus- und Durchblicke bieten, ganz im Stil der Bahnstadt.

Im Zuge der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme wird die Tankstelle Karl umgesiedelt, denn auf dem Gelände soll der Morataplatz entstehen. Ganz im Westen der Eppelheimer Straße ein Stadtentree zu schaffen, wie es mit den beiden Stadttoren an der Speyerer Straße besteht – das ist das Zielder Städtebauer.

Stellwerk 8 wird saniert

An der Promenade soll die Wohnbebauung in Richtung Westen fortgesetzt werden und das recht zügig. Das dortige Stellwerk 8 soll saniert werden. Eine Kaffeerösterei möchte sich diesem Projekt annehmen und ein Café mit Außenbestuhlung einrichten. An den Schwetzinger Terrasse besteht bereit das „Café Do“ in einem sanierten Stellwerk. Zusätzlich dazu gibt es noch ein drittes Stellwerk, das unter Denkmalschutz steht und auf jeden Fall erhalten bleiben soll. Dieses liegt in der Nähe des Tankturms und ist deutlich kleiner. Eine Nutzung ist derzeit noch offen.

Nach dem Vortrag gab es eine ausgiebige Fragerunde, die der Vorsitzende Dieter Bartmann moderierte, etwa zur Pfaffengrunder Terrasse – Baustart ist 2020 – und der Gestaltung der Grünfläche „Spitzes Eck“, wo Langer Anger und Grüne Meile aufeinander zulaufen. Für dieses und die Eppelheimer Terrasse gibt es erste Entwürfe.

„Ich komme immer gern in die Bahnstadt“, betonte Annette Friedrich abschließend, die gemeinsam mit Christoph Czolbe bereits häufiger vor Ort informierte. Im direkten Gespräch ließe sich schließlich am besten wahrnehmen, welche Bedürfnisse und Wünsche die Bewohner haben. „Das ist für beide Seiten hilfreich“, sagte sie, bevor sie sich wieder den Fragen der Bahnstädterinnen und Bahnstädter widmete, die auch nach Abschluss der Veranstaltungen noch die Gelegenheiten hatten, persönliche Fragen zu klären.