
Am Ende...
1997. Der Heidelberger Güter- und Rangierbahnhof wird stillgelegt. Haupteigentümerin der Fläche ist die Deutsche Bahn AG.
...war der Anfang.
2001. Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs „Bahnstadt Heidelberg“. Aus dem Wettbewerb geht das Darmstädter Büro Trojan & Trojan als Sieger hervor.
Die Bahnstadt wird die Bahnstadt.
2003. Das Wettbewerbsergebnis wird in eine Rahmenplanung überführt, die der Heidelberger Gemeinderat 2003 beschließt.
Bürgerwettbewerb zur Namensfindung: Die Stadt Heidelberg, die Bahntochter aurelis Management GmbH (als damalige Eigentümerin des größten Anteils der Bahnstadt-Flächen) und die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) rufen alle Heidelberger Bürger zur Namensfindung für den neuen Stadtteil auf. Die Resonanz ist groß: Über 500 Vorschläge gehen ein. Nach Vorauswahl durch eine Jury entscheidet sich der Gemeinderat für „Bahnstadt“ als zukünftigen Stadtteilnamen.
Eine Vision nimmt Gestalt an.
2007-2008. Der Heidelberger Gemeinderat beschließt eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme für den künftigen Stadtteil „Bahnstadt“. Neu: die Ausformulierung des „Campus“.
Die Entwicklungsgesellschaft Heidelberg (EGH) wird gegründet: ein Konsortium aus der städtischen Gesellschaft für Haus- und Grundbesitz Heidelberg, der Sparkasse Heidelberg und der LBBW Immobilien. Sie erwirbt 60 Hektar Bahnstadtgelände von der Bahn-Immobiliengesellschaft aurelis.
Abschluss eines städtebaulichen Vertrags zwischen der Stadt Heidelberg und der EGH.
Das Soester Architektenbüro Grüttner geht als Sieger aus dem europaweiten offenen Wettbewerb „Bahnstadt Heidelberg – Wohnen an der Promenade“ hervor.
Die Zukunft beginnt.
2009. Der erste Baggerbiss ist der offizielle Startschuss für die Bahnstadt: Das Bodenmanagement und die Erschließung geben den Auftakt für die Realisierung des neuen Stadtteils. Insgesamt wird Boden- und Erdmaterial mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Millionen Tonnen bewegt.
Der Gemeinderat bringt drei Bebauungspläne für die Bahnstadt auf den Weg: „Campus“, „Wohnen an der Promenade“ und „Fachmarktzentrum“.
Das Berliner Büro Machleidt + Partner gewinnt den städtebaulichen Realisierungswettbewerb Campus II und erhält den Auftrag zur Erstellung einer Masterplanung für das Gebiet.
Der Gemeinderat stimmt zu, auf dem rund 20 Hektar großen Bahnstadt-Gelände, das für den Campus II vorgesehen ist, eine Fläche von 5,5 Hektar in drei Bauphasen gemeinsam mit der Max-Jarecki-Stiftung zu entwickeln.

Bahnstadt bewegt.
2010. Das Stuttgarter Büro Behnisch ist Sieger des Architektenwettbewerbs „Kindertagesstätte auf der Schwetzinger Terrasse“. Als dem ersten öffentlichen Gebäude, das in der Bahnstadt realisiert wird, kommt der Architektur der Kindertagesstätte ganz besondere Bedeutung zu.
Im Jahr 2010 starten eine Reihe von Bauprojekten:
20. Mai 2010
Spatenstich für „SkyLabs“, das erste Labor- und Bürogebäude der Max-Jarecki-Stiftung im Bahnstadt-Campus. Das Gebäude bietet insgesamt 19.000 Quadratmeter Fläche in zwei fünfstöckigen Komplexen sowie einem neunstöckigen Turm. Es verfügt über zentrale Einrichtungen, um Unternehmen der Biotechnologie und der Pharmakologie den Abschluss der Präklinik zu ermöglichen.
22. Juli 2010
Startschuss für die Wohnbebauung in der Bahnstadt: Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH), ein Unternehmen der Stadt Heidelberg, errichtet 47 Mietwohnungen, 41 Eigentumswohnungen und acht Einfamilienhäuser auf dem Baufeld W 6.
2. Oktober 2010
Innerhalb weniger Monate hat die die Firma Bauhaus im Fachmarktzentrum der Bahnstadt auf 41.000 Quadratmetern einen Markt für Heim- und Handwerker errichtet. Auf 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sind 120.000 Produkte im Angebot. 130 Arbeits- und Ausbildungsplätze wurden neu geschaffen.
21. Dezember 2010
Der Heidelberger Gemeinderat beschließt über die Benennung der Straßen und Plätze im der Bahnstadt.
Spatenstich für das zweite Wohnbaufeld: Die IWP Rhein-Neckar KG baut am Langen Anger auf dem Baufeld W 5.1 136 Miet- und Eigentumswohnungen.
12. Januar 2011
Baubeginn für die Verlängerung des Querbahnsteigs im Heidelberger Hauptbahnhof, der direkten Zugang aus der Bahnstadt bietet.
11. Mai 2011
Verkaufstart für „WohnGut – an der Promenade“ der „Deutschen Wohnwerte“, das dritte Wohnbaufeld der Bahnstadt mit einem Volumen von rund 60 Millionen Euro.
26. Mai 2011
Mit dem Gemeinderatsbeschluss ist es amtlich: Die Bahnstadt ist 15. Heidelberger Stadtteil.
13. Juli 2011
Verkaufsstart für das zweite Projekt der Firma IWP Rhein-Neckar KG „Campus affines Wohnen“. 232 Wohnungen und sechs Ladenlokale entstehen am Gadamerplatz.
28. Juli 2011
Startschuss für das Wohnbauprojekt der Firma SOKA BAU, Wiesbaden.
5. August 2011
Baubeginn für das Projekt „WohnGut – an der Promenade“.
16. August 2011
Einweihung der Verlängerung des Querbahnsteigs im Heidelberger Hauptbahnhof in die Bahnstadt. Damit ist der Hauptbahnhof ab sofort auch vom Cernyring aus erreichbar. Zusätzlich entstehen ein Park&Ride Parkplatz sowie eine Bike&Ride-Station.
8. September 2011
Richtfest für die Wohnbebauung der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH), für rund 100 Wohneinheiten.
16. September 2011
Richtfest für „SkyLabs“, das Labor- und Bürogebäude der Max-Jarecki-Stiftung im Bahnstadt-Campus mit einer Investition von 60 Millionen Euro.
20. September 2011
Spatenstich für Bürogebäude „Stadttor“ am Eingang zur Bahnstadt an der Speyerer Straße mit rund 10.000 Quadratmetern Mietfläche und einer Investition von rund 30 Millionen Euro. Bauträger: Unmüssig GmbH
21. September 2011
Spatenstich für „Campus affines Wohnen“: 230 Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten im Passivhausstandard entstehen. Dazu gehören Serviceleistungen, Mietwohnungen sowie Gewerbeeinheiten. Bauträger: IBA / Immotrend Unternehmensgruppe
Was bleibt?
Zwar sind die Schienenanlagen längst verschwunden, doch drei Stellwerke, die Wassertürme an der Eppelheimer Straße und am Czernyring sowie das Bahnbetriebswerk werden auch in Zukunft an die Ursprünge des Stadtteils Bahnstadt erinnern.